Trainerin am ZWM: Astrid Schmitz

Astrid Schmitz

Astrid Schmitz ist selbständige Trainerin und Beraterin in den Bereichen Forschungsförderung, Wissenschafts- und Projektmanagement sowie Hochschulstrategie. Sie war viele Jahre Leiterin der Abteilung Forschungsförderung und -marketing der RWTH Aachen sowie Leiterin des Aachener Office der Jülich Aachen Research Alliance (JARA). In ihrem Podcast „Forschungsförderung und Forschungslandschaft in Deutschland“ bereitet sie regelmäßig Informationen zur Forschungsförderung auf, um die Arbeit im Forschungsmanagement zu unterstützen und Forschende umfassend zu informieren. 

Astrid Schmitz ist Mitglied im Netzwerk für Forschungs- und Transfermanagement e.V. (FORTRAMA), mit dem das ZWM eng kooperiert. Für das ZWM wirkt sie als Trainerin bei den beiden Lehrgängen „Lehrgang Forschungsmanagement“ und „Online-Lehrgang Forschungsmanagement Advanced“ mit sowie beim Online-Workshop Quick-Tipps „Der erfolgreiche Forschungsantrag“ und dem Online-Coaching-Programm „Erfolgreiches Schreiben von Forschungsanträgen“.

Liebe Frau Schmitz, Sie sind seit geraumer Zeit in unterschiedlichen Rollen im Forschungsmanagement tätig, was ist für Sie persönlich das Schönste am Forschungsmanagement?

Forschungsmanagement ist unglaublich vielfältig. Man arbeitet mit unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, lernt viele Leute kennen und es gibt viele spannende Themenfelder, die sich stetig weiterentwickeln. Es wird also nie langweilig.

 

In welcher Weise hat sich das Berufsfeld über die Jahre verändert – kommen neue Trends und Tendenzen auf, auch in puncto Qualifizierung und Professionalisierung?

Der KI-Trend geht auch am Forschungsmanagement nicht vorbei. Bei allen Herausforderungen, die das mit sich bringt, kann das auch eine Chance sein, die vielfältigen Aufgaben effizienter anzugehen. Es gibt viele Einrichtungen, bei denen all diese Aufgaben auf nur wenigen Schultern verteilt liegen.

Außerdem werden Querschnittsthemen wie Exportkontrolle, Forschungsdatenmanagement, Wissenschaftskommunikation oder Gleichstellung – um mal einige zu benennen – immer wichtiger in der Projektplanung. Wenn man sich die Kompetenzlandkarte (European Competence Framework for Research Managers) aus dem EU-Projekt RM Roadmap anschaut, bekommt man eine Idee davon, welche großen Anforderungen an das Forschungsmanagement gestellt werden. Qualifizierung und Professionalisierung sind damit wichtige Bausteine, um ein Forschungsmanagement gut aufzustellen.

 

Sie sind sowohl am Basis- wie auch am Advanced-Lehrgang Forschungsmanagement des ZWM als Trainerin maßgeblich beteiligt – wo liegt zwischen diesen beiden Lehrgängen für potenzielle TeilnehmerInnen aus dem Forschungsmanagement der Kontrast – oder anders gefragt: Wem würden Sie Basics und wem den Advanced empfehlen?

Wir haben die Lehrgänge entlang der europäischen Kompetenzstufen im Forschungsmanagement aufgesetzt. Der Basis-Lehrgang (Start 16.09.2026) richtet sich vornehmlich an das Kompetenzlevel „Foundational“. Hierbei handelt es sich um (Quer-)EinsteigerInnen im Forschungsmanagement mit bis zu 2 Jahren Berufserfahrung. Wir haben hier explizit Präsenzmodule mit online-Sessions kombiniert. So gibt es insbesondere in den Präsenzseminaren die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Standorte zu vernetzen. Ein gutes Netzwerk ist für die tägliche Arbeit immer wichtig.

Der Advanced-Lehrgang (Start 26.11.2026) ist für erfahrene Personen im Forschungsmanagement konzipiert und adressiert die Kompetenzstufen RM 2 (intermediate) und RM 3 (advanced). Wir haben uns dazu entschieden, den Advanced-Lehrgang als reinen Online-Lehrgang anzubieten, um eine Qualifizierung trotz vollem Terminkalender möglich zu machen.

 

Ist Forschungsmanagement, wie es in Deutschland praktiziert wird, in Europa und darüber hinaus ein „Exportschlager“ und wenn ja, was sind die Faktoren, die dazu geführt haben?

Gute Forschung braucht gutes Management. Und an dieser Stelle sind wir im Vergleich zu unseren europäischen Kolleginnen und Kollegen schon auf einem guten Weg. Ich bin jetzt seit 25 Jahren in diesem Feld tätig und das zeigt, dass wir uns in Deutschland schon seit langer Zeit mit dem Thema beschäftigen. In Deutschland gibt es seit 2003 Netzwerkaktivitäten, die 2018 in der Gründung des offiziellen Vereins FORTRAMA e.V. mündeten, um Forschungs- und Transfermanagement zu vernetzen und voneinander zu profitieren. Auf europäischer Ebene gibt es viele Aktivitäten, zum Beispiel vom Dachverband „European Association of Research Managers and Administrators (EARMA)“. Auch andere Länder professionalisieren zunehmend ihr Forschungsmanagement. Ich würde es vielleicht nicht „Exportschlager“ nennen, aber an vielen Stellen können wir sicherlich auf europäischer Ebene als Role Modell agieren, z.B. mit den beiden ZWM-Lehrgängen.

 

Und welche Lektüre hat Sie zuletzt in Bann geschlagen – sei es Fachliteratur oder Belletristik?

Ich bin großer Stefanie-Stahl-Fan und habe schon einige ihrer Bücher gelesen. Zuletzt das Buch „So bin ich eben? im Job“. Das hat mir nochmal die Augen geöffnet, dass wir alle unterschiedliche Fähigkeiten in uns tragen und verschiedene Dinge in unterschiedlicher Qualität bearbeiten können. Ich glaube, das ist auch im Forschungsmanagement wichtig. Es kommt eben darauf an, Teams aus unterschiedlichen Typen und damit einhergehenden verschiedenen Kompetenzen zu konzipieren. Die Herausforderung besteht dann im Management der Teams. Dafür brauchen wir richtig gute Führungskräfte. Und auch bei der Qualifizierung von Führungskräften kann das ZWM ein guter Partner sein.

Vielen Dank für das anregende Gespräch!

Das Interview mit Astrid Schmitz führte Theo Hafner.

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